DLP Beamer – die besten Geräte in der Übersicht

Ein spannender Zweikampf beherrscht die Szenerie auf dem Beamermarkt. Es ist das Duell zwischen den Technologien DLP und LCD bzw. zwischen Digital Light Processing und Liquid Crystal Display. Beide Technologien werden unter dem Druck dieses Konkurrenzkampfes beständig weiterentwickelt und optimiert. Auf diese Weise haben sie in den letzten Jahren weitgehend ihre Kinderkrankheiten überwunden und sich leistungsmäßig deutlich angenähert. Auf diese Weise kann mit beiden Technologien inzwischen eine fantastische Bildqualität mit einer Auflösung in 4K realisiert werden. Diese Annäherung zeigt auch ein Blick auf die Marktanteile, denn mit jeweils 48 % an verkauften Beamern liegen beide Technologien in der Publikumsgunst derzeit gleichauf.

In den Kinosälen dieser Welt zeichnet sich hingegen eine deutliche Tendenz ab. Hier setzen bereits 85 % aller Anbieter auf die DLP Technik statt auf die LCD Technik. Von den großen Unternehmen für Projektoren haben sich Optoma, Acer, BenQ und Vivitek konsequent auf DLP Beamer spezialisiert, während Epson ebenso konsequent von der LCD Technik überzeugt ist. Der Global Player aus Japan hat LCD inzwischen zur 3LCD-Technologie weiter entwickelt. Andere Hersteller haben sich technologisch noch nicht festgelegt und bieten für ihre Beamer beide Technologien an.

Wie funktioniert ein DLP Projektor?

Bei der DLP-Technologie werden Millionen kleine Kippspiegel für die Geräte verwendet, die den einfallenden Lichtstrahl an den Zielort weiterleiten, wo er dann über eine Linse auf die Leinwand projiziert wird. Die spezifische Spiegelanordnung wird auch als DMD-Chip bezeichnet. Der Chip basiert auf dem gleichnamigen Urchip, der von Dr. Larry Hornbeck im Jahre 1987 entwickelt wurde und seitdem unter der Marke DLP registriert ist. Für die Farben wird beim DLP Beamer ein rotierendes Farbrad verwendet. Auch hier haben die Hersteller vielfältige Möglichkeiten für ein eindrucksvolles Farberlebnis zur Hand, auf die wir in diesem Artikel noch näher eingehen werden. Deshalb ist es kein Wunder, dass derzeit viel von Herstellerseite aus an den Farbrädern gefeilt wird. Die Spiegel wechseln für die Darstellung pro Sekunde etwa 5.000 mal ihre Position. Dies bietet den Produktentwicklern einen breiten Spielraum für Variationen.

Für die Technologie zeichnet der Halbleiterproduzent Texas Instruments verantwortlich. Der Technologiegigant aus dem Süden der USA behauptet für das Verfahren eine Monopolstellung und entwickelt die Technologie beständig weiter. Kunden können davon ausgehen, dass die Produkte von Texas Instruments in jedem DLP Projektor verbaut sind. Zur Anwendung kommt entweder eine Ein-Chip- oder eine Drei-Chip-Technik. Bei der Drei-Chip-Technik wird das Licht auf drei dichroitischen Spiegeln (Chips) zerlegt. Der Regenbogeneffekt wird bei der Projektion ausgeschlossen und die Farbtreue ist beim Beamer höher. Dafür sind die Hersteller beim Farbrad auf die Grundfarben rot, grün und blau beschränkt, haben also nicht die Möglichkeit, für Nuancierungen zusätzliche Offset-Farben zu verwenden.

Die Vor- und Nachteile von DLP Beamern

Während LCD Beamer für jedes Detail zumindest auf eine geringe Lichtstärke angewiesen sind, lässt die DLP Technologie es zu, dass das Licht einfach weggedreht werden kann. Dank dieser Möglichkeit können bei einem DLP Projektor tiefe Schwarztöne erzeugt und atmosphärisch dichte Nachtszenen auf die Leinwand gezaubert werden. Kenner lieben die tiefen Kontraste und feinen Grauabstufungen von Beamern mit der DLP Technik. Die hohe Geschwindigkeit bei der Bewegung der Kippspiegel ermöglicht zudem die Herbeiführung rasanter Bildfolgen im Bereich von 60 oder 120 Hertz ohne dass es dabei zu Artefakten kommt.

Viele DLP Beamer nutzen außerdem die Zwischenbildberechnung, um die Geschwindigkeit für die einzelnen Abläufe weiter zu verbessern. Da auch die 3D Technik auf schnelles Umschalten (von einem Auge zum anderen) angewiesen ist, kommen DLP Beamer prinzipiell besser mit der 3D Technologie zurecht. Die weichere Rasterung der Bilder vermeidet außerdem den ungeliebten Fliegengittereffekt. DLP Beamer sind in der Regel kompakt verbaut, langlebig und weniger wartungsintensiv. Durch die abgetrennten Kammern kann kein Staub in den Beamer dringen und während bei LCD Beamern die UHP-Lampen nur zwischen 4.000 und 6.000 Betriebsstunden halten und das Licht mit der Zeit langsam verblasst, bewahrt das Farbrad durchschnittlich für 20.000 Betriebsstunden seine Funktionalität auf konstantem Level.

Diesen Vorteilen steht der Nachteil einer fehlenden Farbtreue gegenüber, den die Hersteller allerdings mit der Zeit in den Griff bekommen haben. Verwenden die Hersteller für ihren DLP Beamer zum Beispiel den Farbraum Rec 709, ist die Farbtreue zu 100 % garantiert. Trotzdem muss an dieser Stelle erwähnt werden, dass der Farbraum bei DLP Beamern generell etwas kleiner als bei LCD Projektoren ist, die für ihre schillernde Farbvielfalt geschätzt werden. Ebenfalls ein Problem ist der mögliche Regenbogeneffekt, den etwa 3 % aller Zuschauer wahrnehmen. Aber auch dieser sollte bei höherwertigen Geräten keine Rolle mehr spielen. Generell weisen DLP Projektoren durch das Farbrad und den Lüfter eine etwas lautere Geräuschkulisse auf. Aufgrund der Grenzen der Bauweise mangelt es dem Beamer oftmals an Aufstellungsflexibilität, denn die Art der Verbauung lässt die Verwendung von Lens-Shift und Zoom nur unter sehr erschwerten Bedingungen zu. Wir führen die Vor- und Nachteile noch einmal im Detail auf:

Vorteile von DLP Projektoren

  • tiefe Schwarztöne,
  • intensive Kontraste
  • schnellere
  • Bewegungen (FPS-Rate)
  • weichere
  • Rasterung
  • Langlebigkeit und geringere Wartungsintensität
  • besser für 3D geeignet

Nachteile von DLP Projektoren

  • kleinerer Farbraum
  • Geräuschkulisse
  • durch Farbrad und Lüfter
  • Regenbogeneffekt
  • mangelnde Aufstellungsflexibilität

Die Sache mit dem Farbrad

Durch das sich drehende Farbrad werden die Farben bei einem DLP Beamer auf die Leinwand projiziert. Das Farbrad bestand ursprünglich aus den drei Grundfarben rot, grün und blau und wird deswegen auch als RGB-Farbrad bezeichnet. Doch auch an dieser Stelle konnten die Entwickler für ihre Beamer mit markanten Verbesserungen aufwarten. Eine Innovation ist beispielsweise das doppelte Farbrad bzw. RGBRGB-Farbrad. Die Effekte sind eine doppelt so schnelle Frequenz zur Vermeidung des Regenbogeneffekts, natürlichere Farben und ein breiteres Farbspektrum, das sogar eine Kalibrierung nach dem ISFccc-Standard für den Beamer zulässt. Das RGBRGB-Farbrad garantiert eine akkurate Farbtreue und weist überdies die Vorzüge von Tag- und Nachtmodi sowie optimierte Farben für helle und dunkle Umgebungen auf.

Aus diesen Gründen wird das RGBRGB-Farbrad gern für das Heimkino verwendet. Für Präsentationen beliebt ist hingegen das RGBCYW-Farbrad, das neben den drei Grundfarben auch die Farben cyam, gelb (yellow) und weiß bietet. Dadurch lassen sich die Farben besser mischen und es lässt sich durch die helleren Farben eine verbesserte Helligkeit erzielen. Das RGBCYW-Farbrad ist deshalb besonders für Präsentationen beliebt und viele Präsentationsbeamer verwenden dieses optimierte Farbrad. Verschiedene Farbräder gibt es für den Beamer inzwischen viele und mit jeder zugefügten neuen Farbe setzen die Hersteller für die Farbgebung neue Akzente.

Einzelne Geräte im Test

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