Heimkino im Wohnzimmer einrichten

Heimkino im Wohnzimmer einrichten

Tipps für Beamer, Leinwand, AV-Receiver und die Raumgestaltung

Geschlossene Kinos und Beschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie haben viele Film-Enthusiasten dazu bewogen das Heimkino im eigenen Zuhause einzurichten. Wir haben für dich Tipps, damit auch du ein smartes Kino im Wohnzimmer baust.

Gerade in der grauen und kalten Jahreszeit ist das Kino eine Freizeitaktivität. Für Kinogänger gibt es aber auch die Möglichkeit mit der richtigen Technik und Möbeln das eigene Wohnzimmer zum Heimkino umzubauen. Dann musst du auch bei Ausgangssperren nicht auf Kinofeeling verzichten. Mit Beamer, Leinwand und Heimkinosystemen schaffst du dein gemütliches Entertainmenterlebnis Zuhause. Nehme die folgenden Tipps als Anreiz, um deinen privaten Kinosaal zu bauen.

Beamer als Basis für das Heimkino

Ein Fernseher ist schön, ein Beamer ist aber trotzdem der wohl wichtigste Bestandteil deines Heimkinos. Das Gerät projiziert ein großes Bild auf eine Leinwand und sorgt dadurch für atemberaubendes Kinofeeling. Dabei muss ein guter Beamer nicht mehr so teuer sein, wie er noch vor Jahren war. Viel Platz brauchst du auch nicht zwingend. Selbst enge Wohnzimmer lassen sich in ein kleines Kino verwandeln.

Beim Kauf solltest du bereits wissen auf welcher Wand du das Bild abbilden willst. Das sollte eine große Wand mit viel freier Fläche (keine Möbel) sein. Für größtmögliche Bildfläche sollte der Abstand zur gegenüberliegenden Wand möglichst groß sein. Als Faustregel gilt: Der Abstand zwischen Beamer und Projektionsfläche sollte etwa 1,5 Mal so groß sein, wie dein gewünschtes Bild. Willst du also ein 2 Meter breites Kinobild haben, so muss der Abstand vom Beamer zur Wand mindestens 3 Meter sein.

👍 Tipp:
Falls dein Wohnzimmer zu klein ist, kannst du auf einen Kurzdistanzbeamer zurückgreifen. Alternativ kannst du auch das Bild in den Beamereinstellungen kleiner stellen.

Auf folgende Eigenschaften solltest du achten, wenn du einen Beamer erwerben möchtest:

  • Auflösung: Hier ist Full-HD der Standard. Bei einem 4K-Beamer hast du noch höhere Auflösungen und ein schärferes Bild. Bei den TVs gilt bereits, dass 52 Prozent einer Umfrage nach beim nächsten TV auf 4K setzen und hierfür zusätzliche Kosten akzeptieren.
  • Helligkeit: Wie hell der Beamer das Bild darstellen kann, wird in Lumen angegeben. 2.000 ANSI-Lumen sind für Filme ideal.
  • Kontrast: Der maximale Unterschied zwischen schwarz und weiß nennt sich Kontrast. Dein Beamer sollte mindestens 5.000:1 haben.
  • Anschlüsse: Dein Beamer ist ein Ausgabegerät. Es sollten daher auch entsprechend HDMI-Anschlüsse vorhanden sein, damit du Spielekonsolen (Playstation, Xbox), TV-Sticks oder Receiver anschließen kannst. Einige Modelle haben auch WLAN oder Bluetook, um sie kabellos anzubinden. In dem Fall kannst du oft Lautsprecher ohne zu verkabeln mit dem Beamer verbinden.

Gedanken solltest du dir frühzeitig über den Montageort machen. Für die Platzierung gibt es im Grunde drei Möglichkeiten, die sich anbieten:

  1. Montage an der Decke: Hier bleibt der Beamer einmal angeschraubt dauerhaft hängen. Mit einem Beamerlift kannst du den Beamer optisch unauffällig in einem Deckensegel oder der Decke verstecken. Ein gutes Beispiel für den Bau eines Multimedia-Wohnzimmers mit Deckensegel findest du auf Hausbauen24. Vorteil von der Deckenmontage ist, dass einmal eingestellt du nicht mehr an die Bild-Konfiguration (Verzerrung, Höhe) musst.
  2. Montage auf Rolltisch: Du kannst einen Beamer auch auf einem Rolltisch platzieren. Das ist praktisch, wenn du das Gerät nur gelegentlich brauchst und schnell hinschieben möchtest. Nachteil: Das Bild muss jedes Mal neu justiert werden.
  3. Couchtisch: Besonders kleine Modelle lassen sich auf (oder sogar unter) einem Couchtisch platzieren. Das geht schnell und du kannst sofort loslegen. Allerdings hast du hierbei immer ein Kabel im Weg und musst jedes Mal eine Feinjustierung vornehmen.

Leinwand für Kinofeeling

kinoleinwand

Der Heimkino-Beamer steht, doch nicht jeder hat eine freie weiße Wand für die Projektion des Bilds im Wohnzimmer. Hier kommt eine Leinwand zum Einsatz, die unebene oder gefärbte Wände und Möbel abdeckt. Bei Leinwänden findest du Modelle für die Wand- oder Deckenmontage. An der Decke montierte Leinwände kannst du elektrisch oder per Kurbel wie ein Rollo einfahren. So verschwindet die Leinwand, wenn du sie nicht brauchst. Für eine Motorleinwand solltest du bei der Planung deines Heimkinos bereits an eine Stromversorgung an der Decke achten.

Wer handwerklich geschickt ist, kann auch eine feste Leinwand selbst bauen indem ein Holzraumen i entsprechender Größe mit einem lichtundurchlässigen Stoff bespannt wird. Heimwerker können eine Leinwand auch gut mit Trockenbau verkleiden, so dass diese im eleganten Wohnzimmer nicht zu sehr aufträgt.

Eine große Leinwand zieht uns in den Bann des Geschehens. Doch überdimensioniert braucht sie auch nicht sein. Die Leinbildgröße ergibt sich aus dem Betrachtungsabstand und der Höhe der Sitzmöbel.

👌 Hinweis zum Sitzabstand:
Je geringer die Bildauflösung, desto weiter sollte der Sitzabstand sein, damit du keine einzelnen Bildpunkte siehst. Das Bild wirkt sonst schnell pixelig.

Wähle für ein Heimkino eine Leinwand im Format 16:6 oder 21:9 (eher selten). Damit kannst du normale Filme optimal abspielen. Die folgende Tabelle gibt dir einen Überblick über das Verhältnis von Sitzabstand zu Leinwandbreite.

Beamer-AuflösungEmpfohlener Sitzabstand
4K-Auflösung (3.840×2.160):Leinwandbreite x 1
FullHD-Auflösung (1.920×1.080):Leinwandbreite x 1,5
HD-Ready bzw. WXGA-Auflösung (1.280×800):Leinwandbreite x 1,8

Die Unterkante der Leinwand sollte zu deinem Boden einen Abstand von etwa 1,2 Meter haben, so dass diese auf Augenhöhe ist, wenn du im Sessel Popcorn isst.

Du findest du weitere Details zur Bestimmung der Leinwandbreite.

Zu beachten ist auch das Reklexionsverhalten des Tuchs. Als Wert solltest du auf den Gain-Faktor schauen, der zwischen 1 und 2 liegt. Je niedriger der Gain-Faktor, desto geringe ist die stattfindende Reflexion des Lichts. Das bedeutet, dass Leinwände mit niedrigem Gain-Faktor mehr Licht schlucken. In der Norm ISO 8396 und der DIN 19045 Teil 4 findest du die Einteilung der vier Gruppen für das Reflexionsverhalten. Am alltauglichsten ist der Leinwand TYP D, der für den Einsatz im Heimkino, aber auch in Konferenzräumen empfohlen wird.

AV-Receiver und Lautsprecher für perfekten Sound

Ein Beamer hat keine oder meist schlechte Lautsprecher. Daher ist für den echten Filmgenuss im eigenen Kino ein externes Soundsystem notwendig. Hier kannst du richtig Geld lassen, aber auch optimalen Sound erhalten.

Für einen vollen Raumklang sollte es ein 5.1. Soundsystem sein. Hierbei schließt du fünf Lautsprecher an einem AV-Receiver an. Ein weiterer Subwoofer sorgt für satte und tiefe Bässe, die besonders bei Action-Filmen zur Geltung kommen. Mit einem 9.1 Soundsystem hast du hinten sogar 4 Lautsprecher (Surround Backs und Surround) und oben an der Decke noch zwei weitere Boxen (Front-High). Das sorgt für Klänge aus allen Richtungen.

Wichtig ist ein guter und hochwertiger AV-Receiver mit genug Leistung. Dieser ist das Herz deiner Heimkino-Anlage und bündelt alle Blu-Ray-Player, Sat-Receiver, Spielekonsolen und Mediaplayer. Gute AV-Receiver bieten vor allem Denon und Yamaha an. Gute Modelle starten bei etwa 1.000 €.

Im Heimkino bildet der AV-Receiver die Zentrale für alle Geräte. Über einen angeschlossenen Mediaplayer, wie einen Amazon-Fire TV Cube, kannst du per Sprache bestimmte Quellen auswählen oder gleich vollautomatisch deine Lieblingsserie auf Netflix streamen ohne eine Fernbedienung in die Hand zu nehmen.

Richtige Umgebung für dein Heimkino

Richtige Umgebung für dein Heimkino

Die Technik steht? Dann ist dein Heimkino immer noch nicht perfekt. Für perfektes Kinofeeling muss alles drumherum stimmen. So sind die Lichtverhältnisse wichtig, damit dein Bild optimal abgespielt wird. Bei Tageslicht musst du dein Wohnzimmer bzw. deinen Kinoraum richtig abdunkeln können. Hier musst du also für Jalousien oder Vorhänge sorgen, die möglichst wenig Tageslicht hereinlassen. Denn der beste Beamer wird keine satten Farben abbilden können, wenn durch eine Fensterfront die Sonne reinknallt.

Übrigens nehmen Wandverkleidungen und Teppiche großen Einfluss auf den Ton. Sie dämpfen Störgeräusche und verhindern Raumhall. Kissen und Polstermöbel helfen ebenfalls um unerwünschte Schalleffekte zu reduzieren. Daher ist jedes Kino mit Vorhängen, Teppichen und Polstersitzen ausgestattet.

Helle Flächen, wie Möbel und Wände, sollte es nach Möglichkeit im Raum nicht geben. Sie lenken vom Kinobild ab. Dunkle Töne sind also von Vorteil: Die kannst du zum Beispiel mit Naturstein-Verblendern (Dunkler Schiefer) erreichen.

Zu guter Letzt ist eine gemütliche Couch oder ein Kinosessel wichtig, damit du bequem sitzt. Welche Möbel du platzierst, hängt von deinem Platzangebot und Geldbeutel ab. Aufstellen solltest du sie so, dass du nicht dem Beamer im Weg sitzt und eine freie sowie direkte Sicht auf die Leinwand hast. Deine Lautsprecher sollten nach Aufstellen der Möbel neu eingemessen werden – das übernimmt ein qualitativ hochwertiger AV-Receiver mit Mikrofon halbautomatisch.

Hier noch eine kleine Checkliste mit Tipps für die Einrichtung deines Heimkinosystems:

  • Hohe Töne werden von Hochflorteppichen geschluckt. Also darauf verzichten. 
  • Regale und Zimmerpflanzen sind gut für den Klang, da Sie natürliche Diffusoren sind.
  • Subwoofer gehören nicht in die Ecke. 
  • Projektor sollte möglichst mittig zur Leinwand positioniert sein.
  • Deine Sitzposition sollte möglichst zentral zur Leinwand sein.
  • Umgebungslicht auf ein Minimum reduzieren.
  • Bequeme Sessel sorgen für Komfort beim Schauen.

Wer gut plant, kann ein Heimkinosystem recht einfach in den heimischen Wänden realisieren. Es muss aber nicht zwingend ein komplexes System sein. Oft fangen Kino-Fans einfach an und erweitern die Komponenten mit der Zeit. Noch etwas: Ist das Heimkino fertig, so bedarf es auch der Produktpflege eines Heimkinosystems. In unserem Ratgeber findest du dazu noch viele Tipps.

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